Schauplatz Hochseilgarten

The sky is the limit!

Eigentlich hatte ich gedacht, meinen Sonntag Nachmittag müßig mit einem Buch von meinem momentanen Lieblingsautor (Don Winslow, der hiermit auch gleich empfohlen ist) im Garten zu liegen und dem berühmten "Dolce far niente" zu fröhnen. Es kam anders. Meine überaus reizenden Gäste, die liebe Krissi und Gudrun, nahmen mich tatsächlich mit zum Hochseilgarten beim Gasthof Großlehen, was mir bereits beim Hingehen einen ganz, also wirklich ganz kalten Schauer über den Rücken laufen ließ. Ich bin ja ein Angsthase, risikoscheu und mags eher gemütlich. Im schlimmsten Fall dachte ich mir - und der wird sicher eintreten - kann ich mich ja gleich nach der ersten Station wieder abseilen lassen. Am Ort des Geschehens angekommen, blickten wir schließlich ehrfurchtsvoll hinauf in die 13 Meter Höhe, wo wir also mit viel Konzentration und Geschick durch die Lüfte spazieren sollten. Krissis und Gudruns Blick war eher panisch, meiner überraschenderweise neugierig und plötzlich funkte in mir sowas wie Begeisterung auf. Nachdem uns Markus und Richard von der Fun Connection mit der nötigen Ausrüstung versehen hatten, gings dann auch schon rauf zum Start. Krissi und Gudrun waren absolut sicher, nicht mit rauf zu gehen, ich wollte zumindest die steile Leiter erklimmen und oben schauen, was passiert. Nichts ist passiert da oben, außer das ich plötzlich ganz aufgeregt war und alles sehr spannend, also angenehm spannend fand und so wagte ich mich dann auch auf eine Art schwingendes Holzbrett. Der erste Schritt war natürlich der schlimmste, sodass ich sicher an diesem Punkt das meiste Adrenalin ausgeschüttet habe. Wider erwarten schaffte ich die erste Station relativ locker und die Begeisterung über das, was ich da eben getan/geschafft hatte war überwältigend. So ging es dann, bis ich endlich am Ziel ankam und die selbe Runde gleich nochmal ging, diesmal aber mit Krissi und Gudrun gemeinsam, die sich schließlich auch heraufwagten, was mich ungemein gefreut hat. Dieser Tag hat uns wieder mal bewiesen, das wir nicht die sind, die wir geglaubt hatten zu sein. Und es war einfach wunderschön zu sehen, wie sehr man über sich hinauswachsen kann und wie viel eigentlich in einem steckt. Also wirklich empfehlenswert für all jene, die wieder mal einen Schub mehr Selbstvertrauen brauchen oder sich im Leben gerne kleiner machen, als sie tatsächlich sind. Dort oben lernt man viel über sich und ist auch sicher erstaunt, wie viel man sich eigentlich zutrauen darf :-)

Der Gartenstuhl blieb also an diesem Tag leer, das Buch auch ungelesen. Statt dessen schlug ich ein neues Kapitel auf, in das ich in Zukunft ganz viele spannende Abenteuer packen werde, in denen ich kontinuierlich üben werde, über meinen Schatten zu springen und neue Herausforderungen anzunehmen. Nächste Woche gehts dann übrigens zum Canyoing.

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